Online-Buchen
Anreise
Tag

Monat

Jahr

Nächte

Zimmer

Personen

Hotel Ferienwohnung

Nur Buchbare suchen


Hagener Kirschenseiten

Kirschenseiten Hagen


Unser Internet-Tipp

SlowFood - Wird in einem neuen Fenster angezeigt.


Der Ahornweg zur Blütezeit

Ahornweg


Service kompakt!

TTO


Telefonisch für Sie da:
0541 323 4567
Montag - Freitag 9-18 Uhr

...oder rund um die Uhr: Online-Buchung

Gerne berät Sie unser Team auch persönlich!
Besuchen Sie hierzu die Tourist-Information,
Bierstr. 22/23 in der
Osnabrücker Altstadt!

Reise & Ausflug > Blütenpracht und Genuss


Blütenpracht und Genuss

Im Osnabrücker Land gilt der Kirschen-Kalender, denn Hagen am Teutoburger Wald entdeckt die alte Vielfalt und den Genuss der Kirsche wieder: 3000 blühende Obstbäume machen die Gemeinde im Osnabrücker Land Ende März bis weit in den April zu einem reizvollen Ziel für den Frühlings-Kurztrip.





Kirschenpfad
Überall fällt es weiß wie Schnee, und in Hagen am Teutoburger Wald weiß man: Bald beginnt das neue Jahr.
Denn weder Sonne, Mond noch Sterne bestimmen die Zeitrechnung in dem Örtchen südlich von Osnabrück, es sind die Kirschen, nach denen sich der Kalender richtet.

Manchmal schon im März, spätestens Mitte April beginnen die 3000 Bäume zu blühen und verwandeln das weite Tal in eine honigduftende Frühlingslandschaft in sattem Grün und strahlendem Weiß.
Ein einziger ausgewachsener Baum kann bis zu eine Million Blüten haben – jemand bienenfleißiges hat das mal gezählt. Jede einzelne Blüte hat fünf Blätter, die sie nach wenigen Tagen zu Boden schweben lässt. Und Wanderer und Spaziergänger auf einem der drei unterschiedlich langen „Kirschwanderwege“ geraten allenthalben in ein weiß-flockiges aber warmes Gestöber.


Blüte
Mit etwas Glück und wenn keine allzu starken Nachtfröste den Fruchtansatz zerstören, reifen im Mai die ersten „Geisepitter“ und die „Frühen Maiherzkirschen“.
Damit beginnt Kalender-Woche eins des neuen Kirschen-Jahres. Sieben solcher Wochen mit der Reife jeweils anderer Sorten kennen Obstbauern, Hagener und immer mehr Gäste jener Gemeinde, die um ein Haar ihre lange Obstbau-Tradition vergessen hätte. Ganz so weit, dass um die Kirschen aus Hagen ein kleiner Krieg ausbricht, ist es zwar noch nicht wieder, aber immerhin: Das Schwinden der alten Sortenvielfalt ist gestoppt, und immer mehr Kunden auf den Märkten und immer mehr Gäste im Osnabrücker Land suchen und finden die Hagener Kirschen.

Kirschernte
Einer, der diese Trendwende angestoßen hat, ist Dr. Edgar Klinger, Betriebswirt von Beruf und Feinschmecker aus Passion. Er leitete das regionale „Convivium“ des Vereins
Slow Food“, der vor allem den Genuss regionaler Produkte fördert.

Wie ihn das Kirschenfieber gepackt hat vor etwa zwölf Jahren, weiß er nicht mehr so genau. „Ich habe mich kulinarisch für Kirschen interessiert, wusste aber ansonsten nur wenig darüber“, erzählt er bei einer geführten Wanderung auf dem Kirschenlehrpfad über die grünen, weiß gesprenkelten Hügel rund um Hagen.
Damit reiht er sich in eine lange Kette von Kirsch-Genießern ein, an deren Anfang in Europa der sprichwörtlich gewordene Lucius Licinius Lucullus steht. Im ersten vorchristlichen Jahrhundert holte der römische Senator die ersten Süßkirschen-Bäume aus Kleinasien in seinen Garten. Hundert Jahre später war das wohlschmeckende Steinobst bis nach Britannien verbreitet.

Auch bis in den Teutoburger Wald, wo Hermann und seine Cherusker vor 2000 Jahren allem Römischen bekanntermaßen sehr feindselig begegneten?

Kirschblüte Hagen
„Sicher wissen wir, dass Kirschen für die Bauern der Region seit dem 16. Jahrhundert einen wichtigen Nebenerwerb darstellten“, so Klinger. In den letzten Jahren hat der Feinschmecker in Sachen Obstbau und Kirsche eine Menge dazugelernt. Zu jedem Hof gehören hier traditionell 30 bis 40 Bäume, deren Früchte auf den Märkten der Umgebung verkauft wurden. „Die Bauern haben jeweils unterschiedliche Sorten gepflanzt, die über mehrere Monate verteilt nacheinander reiften, weil sich Kirschen nicht lagern lassen.“

Und nicht nur die Reife-Zeit variiert je nach Sorte, Kirschen können auch unterschiedliche Farben haben: von Hellgelb über Rot-Gelb geflammt bis hin zu einem tiefen Schwarz-Rot reicht die Farbpalette. Und die Vielfalt der Aromen lasse sich kaum beschreiben, so Klinger. „An die 300 Sorten gibt es heute wieder in Hagen“, erzählt er. Und es werden wohl noch einige dazu kommen, denn nach bescheidenem Anfang sind die Kirschen in Hagen inzwischen Teil der Deutschen Genbank Obst, es gibt öffentliche Fördergelder, ein enormes Interesse in Fachkreisen und nicht zuletzt eine rege Unterstützung aus der Region.
Wenn im November neue Bäume gepflanzt werden, kommen die freiwilligen Helfer in hellen Scharen. Wenn es Kirschen zu probieren gibt, erst recht.

Kirschprodukte
„Von dieser Entwicklung sind wir regelrecht überfahren worden“, meint dazu Ralf Zumstrull. Er leitet in der Gemeinde Hagen das Dezernat für Ordnung, Jugend, Soziales und Verkehr. Außerdem ist er für den Kirschlehrpfad und für das Kirschinformationszentrum zuständig, was – je nach Saison – zu seiner Hauptbeschäftigung wird. Die 14.000-Einwohner-Gemeinde stehe nach wie vor hinter dem Projekt, zum Beispiel werde jeder privat gepflanzte Kirschbaum mit fünf Euro gefördert. Aber über die Ausmaße, über die enorme Resonanz auf das Thema Kirschen in Hagen sei er immer wieder aufs Neue überrascht: „Das hatte so niemand kommen sehen.“

Denn was man anfangs in Hagen nicht wusste: Um Kirschensorten hatte sich zuvor niemand gekümmert. Unter den Obstkundigen, den „Pomologen“, gab es zwar viele, die sich bestens auskennen mit den rund 1500 Apfelsorten. Aber ein Fachmann für Kirschen sei sehr schwer zu finden gewesen, so Klinger. Inzwischen aber erlebt das fast verlorene Wissen über Kirschen in Hagen eine neue Blüte. 40 Sorten ließen sich im Laufe der vergangenen zehn Jahre im Altbestand bestimmen, darunter auch einige, die bereits als ausgestorben galten. Zudem wächst die Sammlung auf der Streuobstwiese nördlich der Ortsmitte, alles in allem sind hier jetzt wieder rund 300 Sorten zu finden.

Auch diese Vielfalt habe eine lange Tradition, denn „Hagen ist ein Schmelztiegel der Sorten. Wir liegen hier auf halbem Weg zwischen Altem Land und den mitteldeutschen Obstbaugebieten“, erzählt Klinger. „Deswegen gibt es hier seit Generationen sehr leistungsfähige Baumschulen.“


Kirschzimmer Buller
Wer also ein passendes Andenken für den eigenen Garten sucht, findet es hier ganz sicher. Darüber hinaus steckt man in Hagen noch in den Anfängen, was Produkte rund um die Kirsche betrifft. Hoteliers und Gastronomen bauen jedoch ihre Angebote rund um die Kirsche immer weiter aus, in einem Haus nächtigt man gar in „Kirschenzimmern“. Und es gibt süße Souvenirs und flüssige: Marmeladen und Kirsch-Wasser etwa.

Ihr volles Aroma entfaltet die Kirsche jedoch am besten frisch vom Baum und roh verzehrt. Und auch wenn die „Späte Spanische“ und die „Gevenbroicher Knorpel“ mit ihrer Reife in Kirschwoche sieben diese Gaumenfreuden bis Ende Juli ermöglichen, ist die Zeit des Kirschgenusses doch allzu kurz. Da möchte so mancher keine Woche und kein Pfund der lukullischen Freude missen: Als in dieser kurzen Reife-Zeit vor knapp 100 Jahren mal die Kirschlieferungen nach Osnabrück ausblieben, da auf dem Markt von Münster höhere Preise für die begehrte Frucht gezahlt wurden, kam es zum „Kirschenkrieg“: Die Osnabrücker zogen nach Hagen und forderten handgreiflich die gewohnte Lieferung der heißgeliebten Früchte. So weit muss heute niemand mehr gehen: Am Hagener Kirschzentrum kann sich jeder selbst bedienen, Probieren ist ausdrücklich erwünscht.



Lerchenspornblüte
Noch ein Blüten-Tipp: Wer zur Zeit der Kirschblüte nach Hagen kommt, sollte einen Abstecher ins nahe Bad Iburg einplanen: Der Freeden, ein 269 Meter hoher Berg des Teutoburger Waldes, ist gegen Anfang April wie übersäht mit weißen, violetten und purpurfarbenen Blüten des „Hohlen Lerchensporn“ – keine seltene Pflanze in Mitteleuropa, allerdings tritt sie sonst nirgends so dicht auf einer so großen Fläche auf wie hier.
In weitem Umkreis heißt der Lerchensporn hier Freedenblume und wird als Frühlingsbote sehnsüchtig erwartet. In den Buchenwäldern des Teuto öffnen sich jetzt außerdem zahllose weitere Frühblüher wie Waldmeister, Bärlauch und Buschwindröschen.
Am allerbesten genießt man das Frühlingserwachen auf einer Wanderung über den herrlichen Ahornweg!

Infos und Angebote: Tourismusverband Osnabrücker Land e. V., Tel. 0541/323-4567, E-Mail: service@osnabruecker-land.de

Druckversion anzeigen